«Immer wenn es lustig wurde, fing ich an zu weinen»

 

Der Autor

Dieter Paul Rudolph (* 18. September 1955 in Blieskastel) ist ein deutscher Kriminalschriftsteller, Herausgeber und Literaturwissenschaftler. Nach dem Studium arbeitete er unter anderem als Multimedia-Entwickler, und begann sich 2007 mit seinem Blog «Watching the detectives» verstärkt der Kriminalliteratur zu widmen, zunächst als Kritiker und Theoretiker, später als Herausgeber vergessener Krimis und eigener Romane. In seinem früheren publizistischen Leben beschäftigte er sich intensiv mit der Deutung des Werkes von Arno Schmidt, schrieb ein Buch über die kanadische Songwriterin Joni Mitchell und versuchte sich in experimenteller Prosa. Seit 2013 ist er zudem Initiator der AutorInnen-Kooperative DER DRITTE RAUM. Dieter Paul Rudolph lebt heute immer noch in Blieskastel.

 

Das Buch

«Mein Leben, so wie Jean Paul es aufgeschrieben hätte, wenn es seins gewesen wäre»

«Immer wenn es lustig wurde, fing ich an zu weinen.» Dieser Satz, den der große Jean Paul nie gesagt hat, steht als unsichtbares Motto über einem Buch, das wie eine Autobiografie daherkommt, die einer traurigen Erkenntnis des nicht weniger großen Arno Schmidt Folge leistet: «Mein Leben?!: ist kein Kontinuum!». Sondern der notdürftig zu einer Geschichte zusammengeschusterte Versuch biografischer Sinngebung, das hilflose Unterfangen, sich gegen die eigentliche Wirkmacht des Daseins zur Wehr zu setzen: das kunterbunte Durcheinander von allem Möglichen, dem Wichtigen wie dem Unwichtigen, der Zahl der zeitlebens durchlittenen Geschlechtsakte (1879) ebenso wie dem Umstand, dass es nicht Kalli Feldkamp war, sondern Uwe Klimaschewski, der als Trainer des FC Homburg den Platzwart an den Torpfosten fesseln ließ und zum allgemeinen Beschuss freigab. Und selbst das könnte ins Reich der Mythen gehören.

Unser Leben, so wir es wahrheitsgemäß notieren wollen, folgt den Gesetzen des Traums. Wildgewordene Synapsen im Gehirn schaffen bizarre Zusammenhänge, kreieren obskure Bilder und Abläufe, verwechseln Vergangenheit mit Gegenwart, Schein mit Sein, schaffen eine Logik, die uns fliegen lässt oder auch nicht, wüten Vandalen in der Schatzkammer unserer Wörter und zwingen sie zu innigster Vereinigung. Da kopuliert «schnell» mit «Schnellinger», die Kontoristin mit dem Wembley-Tor, Miro Klose hat selbigen im Hals – ach, es ist ein einziges neuronales Albern und Scherzen. Und es ist unser Leben. Vorgetragen in der einzig dafür vorgesehenen Kunstform, dem Dada, verziert mit Bruchstücken des Expressionismus und des fortgeschrittenen Wortdurchfalls, ein Albtraum, der zum Albleben wird, dessen Kontinuität einzig darin kontinuierlich ist, dass die Traummechanismen unberechenbar den Acker des labilen Gehirns durchpflügen, um zu säen, was erst der Tod erntet: den Sinn des Lebens als blühende Sinnlosigkeit.

Was lernen wir aus diesem Buch? Dass allein in der Literatur die Wahrheit liegt. Dass aber die Wahrheit sich einen Dreck um die Gesetze der Literatur schert. Und dass, notabene, die Literatur eh macht, was sie will. Man darf sie nur nicht dabei stören. Also hört auf den großen Jean Paul, wenn er sich über die Schultern des auch nicht allzu winzigen Dieter Paul Rudolph beugt und ihm ins Ohr flüstert: «Fein, mein Lieber. Und jetzt gehen wir nach draußen, eine Runde weinen.»

 

Der Verlag

Der Schrägverlag widmet sich der Wiederbelebung einer vergessenen Kunst – dem Dadaismus. Verlegt werden nicht die alten Meister, sondern schräge Autoren der Gegenwart. Aber auch anderen schrägen Schriftstücken gibt der Verlag eine Chance. Namen wie Oliver Jung-Kostick («Wo der Stockzirkel bollt... »), Sabine Hennig-Vogel («Koch Kolja»), Bernhard Rusch («August Fünfzehn») und nicht zuletzt Karabin Oljoschin («Der große Uwsten») sprechen in der Szene für sich. Den hohen Anspruch des Verlags unterstreichen nicht nur die Autoren, sondern auch die gedruckten Werke: Hochwertige Bücher in sammelwürdiger Kleinauflage für Kenner und Genießer. Die Bücher sind ausschließlich über den verlagseigenen Shop auf der Homepage (www.schraegverlag.de) und über die Autoren erhältlich. Auf ISBN, VLB, Grossisten und Internetverkaufsriesen wird bewusst verzichtet. Der Schrägverlag setzt vielmehr auf die eingeschworene Fangemeinde der Autoren und der Dadaisten im Allgemeinen.

 

Kontakt:

Schrägverlag GbR
Carsten Lohse und Stephan Sprang
Birkenweg 15a
86949 Windach
Telefon: 0178/9882892
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Downloads:

Cover «Mein Leben, so wie Jean Paul es aufgeschrieben hätte, wenn es seins gewesen wäre» als JPG-Datei
Pressefoto Dieter Paul Rudolph als JPG-Datei