99 Jahre Dada – Ein Grund zur Gründung

Der Schrägverlag widmet sich der Wiederbelebung einer fast vergessenen Kunst – dem Dadaismus. Verlegt werden nicht die alten Meister, sondern schräge Autoren der Gegenwart.

Im Jahr 1916 fegten Hugo Ball und Emmy Hennings mit ihren dadaistischen Auftritten im Cabaret Voltaire alle gängigen Konventionen des Kunstschaffens hinweg. Auf Dada in Zürich folgte Dada in New York, Dada in Berlin, Dada in Paris, Dada in Köln, Dada in Hannover und nun Dada in Windach. Windach? Ja, Windach. In dem kleinen Weiler bei München gründeten Carsten Lohse und Stephan Sprang, zwei Sachsen im Exil, am 22. Oktober 2015 den Schrägverlag.

Der Schrägverlag huldigt hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, dem Dadaismus. Allerdings verlegen die beiden Schrägvögel keine alten Meister, sondern scharen die neuzeitliche Riege der dadaistischen Kunstbegabten um sich. Namen wie Bernhard Rusch („applaudissement»), Oliver Jung-Kostick («rötlich glüht der pfirsich im laub»), Sabine Hennig-Vogel («Koch Kolja“) und nicht zuletzt Karabin Oljoschin («Der große Uwsten») sprechen in der Szene für sich. Den hohen Anspruch des Verlags unterstreichen nicht nur die Autoren, sondern auch die gedruckten Werke: Hochwertige Bücher in sammelwürdiger Kleinauflage für Kenner und Genießer.

Auch das Marketing der beiden Enthusiasten ist recht eigenwillig. Ohne ISBN, VLB, Grossisten und Internetverkaufsriesen soll der Verlag funktionieren. Die Bücher sind ausschließlich über den verlagseigenen Shop auf der Homepage (www.schraegverlag.de) und über die Autoren erhältlich. Hierbei setzt der Schrägverlag auf die eingeschworene Fangemeinde der Autoren und der Dadaisten im Allgemeinen.

Selbstverständlich gibt es im Schrägverlag auch E-Books. Doch statt diese zu verminderten Preisen zu verschleudern, verschenken die beiden Verlagsgründer die elektronischen Ausgaben ihrer gedruckten Werke. Dafür ist im E-Book auch nur die Hälfte drin. Den kompletten Lesespaß inklusive Gebrauchsanweisungs-Lesezeichen und Texten ausgewählter Gastautoren bietet nur das gedruckte Buch. «Papier ist das einzig adäquate Medium, um gebücherte Kunst zu präsentieren.» meint dazu Karabin Oljoschin, dessen Texte exklusiv im Schrägverlag erscheinen.

Seit Dezember 2015 ist das erste Buch im virtuellen Bauchladen erhältlich. «Der große Uwsten“ ist das Werk von Karabin Oljoschin und Uwe M. Zwanzig Jahre musste es reifen, um nun verkauft werden zu dürfen. Die Klassiker «Igelschrift», «Röder» und «Gelearnt to Bock» sind genauso enthalten wie unterhaltsame Texte des Gastautors Oliver Jung-Kostick. Ein gelbes Buch fast ohne Telefonnummern, aber dafür mit Schüttelgurkenrezept.

 

Kontakt:

Schrägverlag GbR
Carsten Lohse und Stephan Sprang
Birkenweg 15a
86949 Windach
Telefon: 0178/9882892
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Downloads:

Cover «Der große Uwsten» als JPG-Datei
Pressebild Carsten Lohse als JPG-Datei (Illustration: Elwood)
Pressebild Stephan Sprang als JPG-Datei (Illustration: Elwood)