Die neuen Leiden des Karabin O.

Geschrieben von Karabin Oljoschin am .

Heute war hier dieses Fachingsgedöns. Als ansässiger Rentner wird man gezwungen am Bordstein rumzulungern und der verkleideten Masse seinen Applaus zu zollen. Können se haben, dacht ich mir. Jörg hatte mir extra eine Stahlkugel an das Ende meines Gehstocks geschraubt. Netter Mensch, der Jörg. Wirklich. Verkleidet war ich als alter Mann. Schlafanzug, Hut, Pantoffeln, Stöckchen. Ja, is gut. Ich hab mich nich verkleidet, bin einfach nach dem Aufstehen zum Umzug. Was solls… Da kam dann auch schon das erste Einhorn. Der haute ich mit dem Stock auf die Ballettstiefel und schrie: „Flieg, du Nashorn, flieg!“ Das verstörte Mädchen rannte zu ihrer Mutter und beschwerte sich. Augenscheinlich hatten die Stiefelchen keine Stahlkappen. Dies ist allerdings der Nachlässigkeit der Eltern bzw. den Faschingskostümherstellern zuzuschreiben. Ich war da außen vor. Zeh gebrochen. Armes Ding. Der erste Vampir bekam den Stock ohne Vorwarnung gegen die Omme. „Glitzer, du Arschloch!“ Da er dies nicht tat, trat ich ihm nochmal kräftig in die Rippen, während er ohnmächtig am Boden lag. Zwei Feen konnte ich noch die Flügel stutzen, bevor ich verhaftet wurde. Fasching is halt nich meins.